Über diese Seite

Klassische Vaishnava-Texte in modernem Deutsch. Frei von Institutionen, frei zugänglich. Die Philosophie von Caitanya Mahaprabhu.

Die Fragen

Schon als Kind haben mich Fragen beschäftigt, die niemand beantworten wollte.

Wo kommt das hier alles her? Nicht oberflächlich – sondern in absoluter Radikalität. Was ist die Ursache der Ursachen? Woher kommt Existenz selbst? Ich habe das gefragt, und man fand es unangemessen. Frag nicht so viel. Das kann man nicht beantworten.

Was ist Unendlichkeit? In die Zukunft, in den Raum hinein – ist das Universum unendlich? Ich habe versucht, das mit Schulkameraden zu durchdenken, mit Lehrern zu sprechen. Niemand wollte länger darüber reden. Ich fand es schwindelerregend, faszinierend und beängstigend – alles gleichzeitig.

Was kommt nach dem Tod? Eine Frage, die mich als Kind zutiefst bewegt hat. Meine Mutter sagte irgendwann: Dann schläft man für immer. Dann ist man halt weg. Das hat mich nicht beruhigt – es hat mich noch mehr beängstigt. Und der Nachsatz – Mach dir keinen Kopf, das ist noch lange hin – hat mich schon damals nicht überzeugt. Nach fast vierzig Jahren muss ich sagen: Es war nicht lange hin.

Was ist Bewusstsein? Diese Frage kam als Jugendlicher dazu. In welchem Teil von uns entsteht dieses Erleben? Ist es ein Produkt von Zellen – oder etwas grundlegend anderes?

Keine dieser Fragen wurde jemals zufriedenstellend beantwortet. Von niemandem.

Die Antworten

Im Jahr 2003 bin ich auf die Philosophie von Caitanya Mahaprabhu gestoßen – auf die Schriften von Sri Rupa Goswami und Sri Sanatana Goswami – und habe meinen spirituellen Lehrer Srila Bhaktivedanta Narayana Maharaja getroffen.

Innerhalb kurzer Zeit wurden all diese Fragen beantwortet. In sich schlüssig. Und bis heute – über zwanzig Jahre später – habe ich keine besseren Antworten gefunden. Keine, die in sich geschlossener wären. Ich habe das geprüft. Nicht aus Loyalität, sondern aus intellektueller Redlichkeit: Stimmt die innere Logik?

Denn dass alles aus dem Nichts entsteht, ist unlogisch. Nichts kann nichts hervorbringen. Es existiert nicht einmal nach seiner eigenen Definition.

Īśvaraḥ paramaḥ kṛṣṇaḥ sac-cid-ānanda-vigrahaḥ anādir ādir govindaḥ sarva-kāraṇa-kāraṇam — Brahma-saṁhitā 5.1

Alles kommt aus der Vollständigkeit, die im Jetzt und Hier immer existiert. Sie ist grundlos, sie besteht aus sich heraus – und daraus geht alles hervor, was weniger ist. Auch das ist letztlich nicht restlos erklärbar – aber es ist schlüssiger als jede Alternative. Es ist acintya-bhedābheda – das unbegreifliche, gleichzeitige Eins- und Verschiedensein. Eine Philosophie, die alles beinhaltet.

Das Anliegen

Weil mich das fasziniert, gibt es diese Seite.

Seit 2023 bin ich frei von jeder Institution. Govardhan.de ist mein persönlicher Raum, um diese Faszination zu teilen – indem ich die relevanten Schriften der Vaishnava-Gelehrten hier zugänglich mache: Srila Bhaktivinoda Thakura, Srila Rupa Goswami, Srila Vishvanatha Chakravarti Thakura und andere.

Mein Anspruch: Diese Texte in ein lesbares, präzises, modernes Deutsch zu übertragen. So, dass man auch mit dem Lebenstempo dieser Zeit einen klaren Einblick bekommt in diese Philosophie.

Nicht gebunden an Institutionen. Nicht gebunden an Gurus und Rituale. Diese Texte sind frei für jedes Lebewesen zu lesen. Sie binden an nichts. Sie präsentieren. Sie leuchten aus den Schriften hervor wie Licht.

Denn Bhakti ist selbst-manifestiert. Sie gibt sich selbst weiter. Sie gehört niemandem. Und sie bestimmt selbst, wie sie sich verbreitet. So beschreibt es das Mādhurya-kādambinī.

Diese Seite ist in diesem Geist entstanden – im Geiste der Ācāryas, im Geiste von Caitanya Mahaprabhu. Manifestiert aus eigener Inspiration.


Jan K. / Jay Gopal D. – Dresden – govardhan.de