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Govardhan ist kein harmloses Hirtenmärchen, sondern das radikalste theologische Manifest gegen blinden Gehorsam und klerikale Einschüchterung. Eine śāstrische Analyse aus dem Śrīmad-Bhāgavatam über Kṛṣṇas Demontage ererbter Opferrituale, die hemmungslose Wut bedrohter Würdenträger und das Ende jeder Scheinerhabenheit.

Die gefährlichste religiöse Lüge ist nicht die spontane Unwahrheit eines verängstigten Menschen. Es ist die systematisch gerechtfertigte Täuschung einer Gemeinschaft, die sich selbst für heiliger hält als die Menschen, deren Rechte sie verletzt..

Hunderte von Schriftstellen bezeugen, dass Bhagavān ausschließlich aus eigenem, freiem Willen in diese Welt herabsteigt — svecchāvatāra.

Als Antaryāmī lenkt Er die gewöhnlichen Wesen, die durch ihre äußeren Sinne die Früchte ihres Geschicks ernten — doch gegenüber Seinen Bhaktas zeigt sich allein Seine unmittelbare Gunst.

Bhakti ist selbstoffenbarend. Sie manifestiert sich aus eigenem, freiem Willen. Sie handelt, wie es ihr gefällt.

Wenn dieses gute Geschick aus frommen Taten (śubha-karma) entsteht, dann wird Bhakti zum Produkt von Karma. Sie wäre abhängig von etwas außerhalb ihrer selbst

Auf den ersten Blick könnte die Aussage, Bhakti sei grundlos, entmutigend wirken: Wenn sie von selbst erscheint, was nützt dann all unser Sādhana? Doch ahaitukī bedeutet nicht willkürlich.

Und dieser Bhagavān ist seinem Wesen nach Rasa — nicht abstrakte Seligkeit, sondern lebendiger, schmeckbarer, persönlicher Nektar. Die Taittirīya Upaniṣad sagt: „raso vai saḥ" — Er ist Rasa.

Wer durch Rūpa Gosvāmīs Barmherzigkeit wahre Einsicht erlangt, nimmt Bhakti nicht mehr nur als Pfad wahr, sondern schmeckt sie unmittelbar als Rasa.

Śrīla Viśvanātha Cakravartī Ṭhākura verfasste Mādhurya-kādambinī, um das Wesen reiner Hingabe zu offenbaren. Das Werk gleicht einer Fackel…